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Kita-Bedarfsplanung (Schuljahr 2013-2016)

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1. Fortschreibung fuer die Kita-Bedarfsplanung. Planung der Kindertagesbetreuung im Landkreis Görlitz für die Schuljahre: - 2013/ 2014 - 2014/ 2015 - 2015/ 2016

Qualitative Aspekte

Qualitative Aspekte Qualitative Aspekte der Kita-Bedarfsplanung Kindertagespflege als gleichberechtigtes Angebot neben Kitas Der Landkreis beteiligte sich von 2009 bis 2011 am Aktionsprogramm Kindertagespflege. Dieses bundesweite, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierte Modellprojekt eröffnete dem Landkreis Görlitz die Möglichkeit, gezielt an der qualitativen Weiterentwicklung der Tagespflege zu arbeiten und die strukturellen Anforderungen in ländlich geprägten Regionen in den Blick zu nehmen. Es entstanden u.a. Flyer, die Eltern Informationen über Kindertagespflege zur Verfügung stellen und auf Tagespflegepersonen im Landkreis hinweisen. Weiter wurde Informationsmaterial für potentielle Tagespflegepersonen, über Kooperationen mit freien Trägern, wohnortnah zur Verfügung gestellt. Eine Internetseite zur Tagespflege im Landkreis Görlitz berichtet regelmäßig über das Aktionsprogramm und veröffentlicht die Kontaktdaten der Kindertagespflegepersonen im Landkreis Görlitz. Neben diesen strukturellen Entwicklungen wurde während der gesamten Förderperiode vor allem an der inhaltlichen Weiterentwicklung gearbeitet. Die Kooperation zwischen Tagespflegepersonen und Kindertagesstätten stand hierbei ebenso im Focus wie der Austausch zwischen dem öffentlichen Träger der Jugendhilfe und Bildungsträgern bei der Qualifizierung von Tagespflegepersonen sowie die Kommunikation zwischen den beteiligten Behörden. Zur Sicherung der Qualität in der Tagespflege ist es im Landkreis Görlitz Voraussetzung, das Curriculum des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) im Umfang von mind. 160 Std. absolviert zu haben. Erst danach erfolgt die Erteilung der Pflegeerlaubnis durch dass Jugendamt. Mit Aufnahme der Tätigkeit sind die Tagespflegepersonen verpflichtet, mindestens 20 Stunden im Jahr Weiterbildung(en) zu besuchen und diese im Jugendamt nachzuweisen. Zur Intensivierung der Kooperation zwischen Tagespflegepersonen und Kindertagesstätten wurde daran gearbeitet eine gemeinsame Plattform für Kommunikation und fachlichen Austausch zu entwickeln. Tagespflegepersonen und Fachpersonal aus den Kindertageseinrichtungen haben die Möglichkeit, sich regelmäßig in gemeinsamen Arbeitskreisen und Weiterbildungsveranstaltungen zu informieren und auszutauschen. Auf fachlicher Ebene begleiten die FachberaterInnen gemeinsame Arbeitskreise von Tagespflegepersonen und Fachpersonal in institutioneller Kindertagesbetreuung. Die Fachberater geben thematische Inputs, moderieren den fachlichen Austausch, stellen einen geschützten Rahmen für kollegiale Beratung zur Verfügung und erfüllen die Schnittstellen zu anderen Ämtern des Landratsamtes mit Leben. So erfolgen beispielsweise eine regelmäßige Einbeziehung der Tagespflegepersonen in die Untersuchung des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes und regelmäßige Nachschulungen zum Infektionsschutz. 14

Auf individueller Ebene stehen die Fachberater auch vor Ort für Beratungen zur Verfügung. Besonders nachgefragt sind Themen wie z.B. Raumgestaltung, Konflikte unter Kindern und Erziehungspartnerschaft mit Eltern. Regelmäßig erfolgen Hausbesuche der Fachberater, sie nehmen am Alltag der Tagespflegeperson teil und erhalten so ein weitgehend objektives Bild der einzelnen Tagespflegestelle. Das Jahr 2010 wurde zur Diskussion praktikabler Vertretungsmodelle in städtischen und ländlichen Regionen des Landkreises genutzt. Dabei ist der enge Kontakt der Fachberater des Landkreises zur Beratung und Begleitung der Kommunen in Fragen der Planung und Finanzierung von Tagespflegestellen sowie zur fachlichen Beratung der Tagespflegepersonen selbst, sehr wertvoll gewesen. Im Januar beteiligte sich der Landkreis am Expertenworkshop des DJI in München, der die Grundlage für die Handreichung zu Vertretungsmodellen bildete. In den regelmäßig stattfindenden Treffen mit Kommunen und Netzwerken der Tagespflegepersonen konnten zunächst verschiedene Modelle vorgestellt und bezüglich ihrer Vor- und Nachteile diskutiert werden. In den Gesprächen zeigte sich, dass aufgrund der sehr heterogenen Struktur im Landkreis (Bevölkerungsdichte, Wechsel zwischen ländlich und städtisch geprägten Regionen) ein allgemeines Vertretungssystem im Landkreis nicht praktikabel ist, sondern nur regionale Lösungen in Betracht kommen. Zur Vervollständigung des Bildes möglicher Vertretungsmodelle im Landkreis wurden die Tagespflegepersonen zu ihren Vorstellungen befragt. Die Ergebnisse der Befragung unter den Tagespflegepersonen flossen in weitere Beratungen mit kommunalen Entscheidungsträgern ein. Im Ergebnis existieren im Landkreis Görlitz aktuell Springermodelle, Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen und Vertretungsmodelle von mehreren Tagespflegepersonen in unmittelbarer räumlicher Nähe zu einander. Die weitere Befassung mit diesem Thema ist auch in der kommenden Planungsperiode angezeigt, um die Entwicklung weiter voran zu bringen. Auf administrativer Ebene ist Grundlage des integrierten Gesamtkonzeptes des Landkreises die gemeinsame Bedarfsplanung von Tagespflege und institutioneller Kindertagesbetreuung durch die Integrierte Sozialplanung. Im Jugendamt des Landkreises Görlitz wird im Sachgebiet Kinder‐, Jugend- und Familienarbeit Tagespflege und institutionelle Kindertagesbetreuung gemeinsam verantwortet. Im selben Sachgebiet sind die Schnittstellen zur präventiven Kinder- und Jugendarbeit sowie zur Familienbildung angesiedelt. Die Fachberater stehen für Fragen der Tagespflege und der Kindertagesstätten gleichermaßen zur Verfügung. Besonderes Anliegen des Landkreises ist es ebenfalls, den Tagespflegepersonen gleichberechtigte Partizipation im Förderprogramm »Kita-Invest« zu ermöglichen. 15

Jugend / Bildung